Archive for the 'glocalization' Category

31
Dec
12

Scheinheilige Meinungsfreiheit – ein Kommentar

Demonstration gegen "Innocence of Muslims" in London am 6.10.12, Foto: Rob Pinney, www.demotix.com

Demonstration gegen “Innocence of Muslims” in London am 6.10.12, Foto: Rob Pinney, http://www.demotix.com

Zumindest medial scheinen Muslime in den westlichen Medienkanon integriert. Bieten sie doch permanenten Diskussions- und Zündstoff für immer noch mehr islamophobe Diskurse. Nach den Mohammed-Karikaturen der dänischen Jylland Posten von 2006, sorgte dieses Jahr “Innocence of Muslims”für tödliche Schlagzeilen. Medien sprachen von 80 Todesopfern weltweit, die der Film und seine Verbreitung ausgelöst haben sollen. Afghanistan, Ägypte, Libyien, Indonesien, Saudi Arabien, Malaysia, Indien and Singapore blockten den Youtube-Link zum Film. Auch das bringt Meinungsfreiheit mit sich: Abschaltung der Meinungsfreiheit.

Die Meinungsfreiheit ist zum “Allahu akbar” des Westens geworden. “Das wird man doch noch sagen dürfen” beeilen sich Rechtfertiger á la Sarrazin zu sagen, wenn sie einmal wieder Öl ins Feuer der strenggläubigen Muslime gegossen haben. Tatsächlich kann man vieles sagen und meinen. Schlimm genug, dass dafür ein Recht geschaffen werden musste. Aber bedeutet Rechte zu haben, auch jederzeit davon Gebrauch machen zu müssen? Bedeutet Meinungsfreiheit andere solange mit der eigenen Meinung zu penetrieren, bis sie Gewalt anwenden? Kann man dann überhaupt noch von Meinung sprechen? Und wer hat hier überhaupt das Recht auf freie Meinungsäußerung?

Die westliche Presse und das Internet ist mit seinen Unternehmensgruppen selbst Teil einer öffentlichen Meinungsmonopolisierung. Wenn es um Muslime geht, die ihren Glauben verletzt sehen, wird sich im Westen gern auf die Meinungsfreiheit berufen. So geschehen bei den Nachdrucken der Mohammed-Karikaturen der dänischen Jylland-Posten in deutschen Tageszeitungen. Damals schrieb der Presserat, nachdem “Die Welt” die Karikaturen erneut abgedruckt hatte,  dass durch die Veröffentlichungen “weder die Religionsgemeinschaft noch deren Mitglieder geschmäht oder herabgesetzt” würden. Zu diesem Zeitpunkt waren schon über 150 Menschen bei Auschreitungen ums Leben gekommen. Sie fühlten sich in ihrer Ehre verletzt.

papst_titanic_1007

Diese Gefühlsregung ist auch dem aufgeklärten christlichen Abendland nicht fremd. Das gibt auch der Presserat zu, der die Titanic unlängst dafür rügte, dass sie den Pontifex mit befleckter Soutane auf ihrem Cover abdruckte. Ein Fleck auf einem Kleidungsstück – das offizielle Ende der Toleranzgrenze für Meinungsfreiheit im Westen? “Was dem Deutschen heilig ist, erkennt man daran was er nicht darf,” schrieb ein Blogger daraufhin. Während man sich über Christen nicht lustig machen darf, verbreiten westliche Medien fleißig anti-muslimische Inhalte.

Wenn wir über Freiheit schreiben, müssen wir auch von Verantwortung schreiben, denn beide bedingen einander. Handeln kann nicht frei von Verantwortung sein. Auf Kosten der anderen werden Europäer und Nordamerikaner ihre Haut nicht retten. Moralische Ansprüche dürfen nicht nur gefordert, sondern müssen auch auf uns selbst angewandt werden. Das heißt: Eine gleiche Behandlung für alle Gläubigen. Oder wie war das nochmal mit der Demokratie?

Advertisements
03
Jan
10

wikileaks – das offizielle whistleblower portal

Wikileaks ist der erste öffentliche Geheimdienst. Das Informatiosportal, das Dokuemnte veröffentlicht, die aus einem Informationsleck entspringen. Sprich es veröffentlicht Dokumente, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen sind, an denen die Öffentlichkeit aber großes Interesse hat. In Zahlen gemessen hat sich wikileaks bis Oktober 2009 zu einer zentralen Sammelstelle mit 1,2 Millionen Dokumenten von Regimekritikern und anonymen Quellen entwickelt. Das beinhaltet Informationen über Machtmissbrauch in Firmen, Korruption in Parteien, innere Angelegenheiten des US-Militärs etc. Welche Inhalte zu Wikileaks gelangen, wird nicht von den Betreibern gesteuert, sondern von den Interessen Menschen weltweit, die ihre Dokumente zu den Betreibern schicken. Enstanden ist das online Wissensportsal aus Diskussionen von Menschen auf der ganzen Welt, die ihren Unmut über die heutigen Publikations-Standards, Informations-Politik und Datenschutz zum Ausdruck brachten.
Die Sicherheit der Quellen ist dabei unschlagbar geschützt. Alle Publikationen werden anonym publiziert, es werden keine logfiles oder Statistiken der Nutzer gespeichert, die Dokumente zur Verfügung stellen. Der Dienst ist anonym und unzensierbar. Die Stärke von wikileaks ist der ideelle Gewinn. Niemand profitiert finanziell, weder indem eine Person das Portal unterstützt, noch indem er es korrumpiert. Auch wenn wikileaks den Finanzsektor wie wahrscheinlich keinen anderen beeinträchtigen kann. Denn Informationen sind das, was auch das fragile Sytem der Wirtschaft beinflusst, konkret Aktienkurse.
Großen Bekanntheitsgrad erlangten durch wikileaks bislang die Guantánamo Bay Handbücher, die Plünderung Kenias, die Steuermanöver der Julius Bär Bank, wikileaks verfügt außerdem über die größte Sammlung an Aufzeichnungen der Scientology-Kirche und veröffentlichte 200 alle knapp 13 000 Namen und Adressen der British National Party. Auf dem 26. Chaos Communication Congress in Berlin stellten Ende 2009 Wikileaks-Aktivisten, darunter der Mitbegründer von wikileaks und Programmierer Julian Assange den Plan vor, in Island einen sogenannten “Datenhafen” zu errichten.
Einen sehr hörenswerten Beitrag über wer und was wikileaks ist, um was es dort geht, wie delikat die gehandelten Informationen sind, in welche rechtlichen Rahmenbedingungen wikileaks eingebunden ist und welche Beispiele wikileaks prominent gemacht hat, könnt ihr hier auf chaosradio finden, das den den von fritz radio produzierten beitrag zum direkten download bereitgestellt hat. Direkt zum Portal gehts auf wikileaks.

24
Jan
09

Staying different – Global diasporas today

At the eastern periphery of the European Union lies Ŝuto Orizari, an official municipality of Skopje, the capital of Macedonia, and the home of around 70.000 deterritorialized Roma. Speaking their own language (Romanes), supplying their own major, two primary schools, a cemetary, two TV-channels, a prison and a mosque and several other places to worship different deities, Roma in Ŝuto Orizari set up their own diasporic infrastructure. From all over Europe Roma travel to the township to settle down or to build holiday-houses for themselves or their residential relatives. Since there are both, extremly wealthy Roma who are mainly politicians or economic migrants who work in the European Union, and extremly poor Roma who are mainly refugees from the Balkan Wars, Ŝuto Orizari can be seen as a society in the society of the Macedonian majority of Skopje. Asking the inhabitants of Ŝuto Orizari what they love about their “town”, most of them answer that they appreciate the freedom that they cannot have in any other place since in Ŝuto Orizari they are able to celebrate their traditional events in public without being bothered by any gadje (non-Roma, outsider). During the day, the main street of Ŝuto Orizari, which is officially called “The Street of New Life”, is populated by various types of poeple. Old women with traditional skirts, golden earrings and arm-tatoos, youngsters with high-heels and mini-skirts, street-kids and business men gather around the bazaar where other members of the community offer fake Adidas Sportwear from Turkey, slaughteredcalf heads from Shutka and plastic toys from China. Romas in their teens sell ripped CDs and DVDs on the street, trying to beat each other in sound volume. The cacophony that strikes one`s ear is a mixture of traditional Roma songs, Balkan-Pop, Arabesque and western Dancefloor. Synthezisers are as welcome as davuls and zurnas, (traditional drums and flutes who are played in the former countries that were part of the Otomann Empire). However, fusion seems to be the most popular instrument: Roma youngsters with plastic guns and fake jewels in their ears rap on the Internet platform Youtube1 to US-Westcoast beats in their mother tongue Romany, Serbo-Croatian, German, French or Macedonian, sometimes in all of them. Local music stars sing in an English-Romanes blend to artifical flutes and violines an arabesque melody underlined of R ́n B Rythms. Interestingly enough, this genre of western and “oriental”music, or in this case more precisesly, the ground where eastern and western music-styles merge into each other, is a well- known phenomenon that is nowadays found all over the world. Seen from an ethnocentric point of view, this appears to us as the westernization of eastern music. However, since several years “Gypsy Music” from the Balkans undergoes a big revival on the dancefloors in several countries of West and East Europe. In my Eastern German hometown passes not a single week without a crowded, so called Balkan-Beat event. Ironically, what young poeple love to dance to in Prague, Helsinki, Berlin and Istanbul does hardly resemble the music-fusion that gypsies create in Shutka but is rather a distinct mixture of gypsyfolk, world-music and Russian Disco beats. Surprisingly, the kind of Balkan Gypsy Music that is widely appreciated by a big fan- community around Europe (and recently also in the USA) is by its consumers strongly associated with a classic Gypsy Music stereotype that is by no means the music that is en vogue among the young Gypsies in the Balkans. Instead, it resembles the music that is played by hired Roma-chapels during their traditionally celebrated events, like weddings, births or circumstances that are rarely acknowledged by the Roma youngsters. Observing this Balkan-Gypsy-Beat-goes-West-tendency, could we this time argue that an Easternization of western disco-music culture took place? Rather than get trapped in some dichotomous black and white diagnosis of a n assumed Clash of the “West” with the “rest” I want to emphazise the rather hybrid, synthetic and cross-current features of transcultural encounters that affect diasporas. Moreover, I want to stress the multitude of directions flows of ideas, that commodities and identities can take and be part of. While Roma from the Balkans import Arabic and Western music, DJs from West- and Easteurope do not reimport the modern and fusioned Gypsy music, but import what they believe to be the “true” gypsy and mix it again with other (partly also imported) rythms – such as Electro and Raggae – into their own hybrid sounds.

This essay discusses the notion of today`s global diasporas.
In the following chapters I question the assumption that, if diasporas are perceived as dispersal groups marked by displacement it necessarily refers to the presence of an original homeland, culture and its people.” Instead I want to bring out by analyzing ‘diaspora’, ‘place’, and ‘original homeland’ and ‘diasporic identity’, that those notions are not something naturally being part of diasporas but attributions that are constructed under certain conditions….
The whole essay you can download here:

staying-different
bibliography

22
Jan
09

The story of stuff

What effects have production and consumption in a global world? Here is an awesome video that explains what you should definetely know and watch. Annie Leonhard tells the story of stuff in a way many professors fail to….check it out

http://www.storyofstuff.com/




Blog Stats

  • 156,214 hits

Archives