Archive for the 'cyberpolice' Category

05
Sep
12

Ein Algorithmus soll mit Infrarot-Kameras Betrunkene erkennen

Wie das Wired Magazin aus Großbritannien gestern berichtete, haben zwei Computer Wissenschaftler in dem Internationalen Journal für Elektronische Sicherheit und Digitale Forensik zwei Algorithmen veröffentlicht mit denen sie Betrunkene in der Öffentlichkeit leichter ausfindig machen wollen.

Wie die beiden Computer Wissenschaftler Georgia Koukiou und Vassilis Anastassopoulos von der Universität Patras in Giechenland erklärten, sollen die Algorithmen den Sicherheitsbeamten dabei helfen Alkoholisierte nicht nur aufgrund ihres Verhaltens zu identifizieren.

Die Algorithmen funktionieren aufgrund von thermischen Daten. Mit Hilfe von Infrarot-Kameras werden sie aus den Gesichtern potentiell Verdächtiger gelesen. Was die Kamera auffängt sind die Blutgefäßerweiterungen, die unter Alkoholeinfluss auf der Haut “sichtbar” werden. So werden bestimmte Gesichtspartien wie die Nase wärmer als andere Regionen des Gesichts, beispielsweise die Stirn.

Trotz einer Studie von 2003, die die Treffsicherheit der Infrarottechnik zur Entlarvung von Infektionskrankheiten wie SARS aufdeckt, wurde genau eine ähnliche Methode in der Vergangenheit angewandt um potentiell SARS infizierte Passagiere auf Flughäfen zu entlarven. Auch auf dem Flughafen Frankfurt waren 2010 Nacktscanner zum Einsatz gekommen, um Gefahrenstoffe auszuspähen.Wie sich allerdings herausstellte boten die Testgeräte weniger Sicherheit als die herkömmliche Methode mit Metalldetektor und Abtasten. Denn bereits Schweißflecken unter den Achseln oder Papiertaschentücher in der Hosentasche der Passagiere wurden von den Scannern als Sicherheitsrisiko gewertet. Hierdurch mussten viele Fluggäste manuell nachkontrolliert werden, was die Personenkontrollen verzögerte.  Nachdem 10 Monate lang809.000 Passagiere gescannt wurden entschied Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich Ende August 2011, vorerst auf den flächendeckenden Einsatz von Körperscannern an deutschen Flughäfen zu verzichten.

Trotzdem kommt die Infrarot-Technik nach wie vor zum Einsatz, wenn es darum geht so genannte Delinquenten oder Kriminelle dingfest zu machen. Die europäische Grenzschutzpolizei Frontex beispielsweise wendet die Technik routinemäßig an um geschleußte Flüchtlinge an Bord von LKW’s zu erfassen.

Auch bei Occupy Protesten in Großbritannien suchten die Infrarot-Kameras von Sicherheitsbehörden in Helikoptern nach Zelten, die von Menschen besetzt gehalten wurden und solchen, die leer waren.

Mit wissenschaftlichen Errungenschaften wie diesen begibt sich die Wissenschaft einmal mehr in Abhängigkeitsverhätnisse, wie sie nicht erst seit dem Bologna Prozess in Gang getreten wurden. Denn Delinquenten aufgrund ihrer körperlichen Eigenschaften zu “entlarven” hat nicht nur hierzulande Tradition. Rasseforschung hatte Kolonisatoren und Nationalsozialisten gleichermaßen gedient um deren tödliche Ideologien gegen “Wilde”, “Unreine”, “Asoziale”, Nicht-Deutsche wie Juden, Sinti und Roma und andere Systemkritiker, wissenschaftlich zu legitimieren. Je mehr Körper-Technologie zu Körper-Politik wird, reisen wir nicht nur in eine Zukunft in der unser Körper zum gesellschaftlichen Sicherheitsrisiko wird, sondern auch in eine Vergangenheit, die es nicht zu wiederholen gilt.

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31
Aug
10

Fauxtography – der Bilderkrieg um die Wahrheit


Das ist kein Bilderrätsel. Das sind zwei Bilder. Eines davon ist Fauxtography. Soll heißen: manipulierte Fotografie und journalistische Sorgfaltspflicht auf erhöhtem Prüfstand. Das erste Bild zeigt die Aufnahme eines unbekannten Fotografen, das am 31. März 2010 an Bord der türkischen Mavi Marmara, der Gaza Hilfs-Flotte, entstanden ist. Auf dem Bild zu sehen: Ein überwältigter israelischer Soldat, neben ihm ein mit einem Messer bewaffneter Mann, auf dem Gelände eine Blutlache, im Hintergrund ein ebenfalls verletzter israelischer Soldat. Die Aufnahme wurde nach der Konfrontation zwischen Aktivisten der Hilfs-Flotte und israelischen Streitkräften, bei der neun Menschen ums Leben kamen, auf der Webseite der IHH (türkisch: İnsani Yardım Vakfı, deutsch: Stiftung für humanitäre Hilfe) veröffentlicht. Die IHH ist eine von unterschiedlichen Organisationen, die an Bord der Mavi Marmara präsent war. Bei wem es sich um IHH handelt ist unklar. Laut tagesschau.de, wurde die Wikipedia-Eintrag der IHH in den 48 Stunden nach der Konfrontation 150 Mal umgeschrieben. Der Vorwurf der Kritiker: Die IHH habe Kontakte zur Hamas. Verteidiger machen darauf aufmerksam, dass die IHH ein von den Vereinten Nationen anerkannte Hilfsorganisation sei.

Das Bild darunter wurde kurz nach dem Vorfall von Reuters veröffentlicht. Zu sehen: kein Messer, fast kein Blut und ein stark verdunkelter, verwundeter israelischer Soldat. Das Bild wird zudem verdreht herum von Reuters veröffentlicht. So wird nicht der Eindruck vermittelt, dass der Soldat in diesem Moment die Treppen heraufgezogen wird. Charles Johnson, ein kalifornischer Web-Designer, erkennt die Fauxtography und schreibt auf seinem blog Little Green Footballs:

“That’s a very interesting way to crop the photo. Most people would consider that knife an important part of the context. There was a huge controversy over whether the activists were armed. Cropping out a knife, in a picture showing a soldier who’s apparently been stabbed, seems like a very odd editorial decision. Unless someone was trying to hide it.”

Auch dieses Bild, das die FT veröffentlichte, gehört zu den zwei von insgesamt sechs Bildern, die von Reuters nachträglich bearbeitet wurden. Das Messer eines bewaffneten Aktivisten, ist auf dem Reuters Foto wegretuschiert. Später dementierte ein Reuters-Sprecher gegenüber der israelischen Zeitung „Haaretz“ jede vorsätzliche Absicht: man habe lediglich branchenübliche Änderungen vorgenommen und umgehend die Originalbilder nachgereicht, als die weggeschnittenen Messer auffielen.

“The images in question were made available in Istanbul, and following normal editorial practice were prepared for dissemination which included cropping at the edges,” and “When we realized that a dagger was inadvertently cropped from the images, Reuters immediately moved the original set as well.”

Eine seltsam anmutendes Statement für eine Nachrichtenagentur, die schon ein Jahr zuvor Negativ-Schlagzeilen gemacht hatte. Das war die Geschichte mit dem “Green Helmet Man” aus dem Südlibanon, auf den ebenfalls blogger aufmerksam wurden, weil er erstaunlich oft auf Fotos aus dem Dorf Kana im Südlibanon auftauchte, das am Tag zuvor von israelischen Flugzeugen bombardiert wurde und darauf Kinderleichen wie Trophäen in die Kamera reckte. Und die getürkten apokalyptischen Rauchsäulen aus dem Libanon-Krieg. In beiden Fällen bearbeitete und veröffentlichte Fotos von Adnan Hajj, einem Reuters-Fotografen.

Pleiten, Print und Pannen. Manche davon – wenn sie die Unfähigkeit der Rechercheure nicht so bloßstellen würden – sogar lustig. Hier eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die am 10. September 2009 um 9.38 Uhr berichtete: „In der kalifornischen Kleinstadt Bluewater soll es nach einem Bericht des örtlichen Senders vpk-tv zu einem Selbstmordanschlag gekommen sein“. Die deutsche Rapper-Combo “Berlin Boys” habe sich demnach in der kalifornischen Kleinstadt mit zwei Bomben selbst in die Luft gesprengt. Das Dementi folgte kure Zeit später. Das angebliche Bombenattentat war nämlich frei erfunden. Alle Online-Quellen – vom vpk-Video über die Homepages mit Behörden-Telefonnummern bis zu einem Wikipedia-Eintrag über Bluewater – waren von dem Schauspieler Jan Henrik Stahlberg („Muxmäuschenstill“) manipuliert worden, um seinen Film „Shortcuts to Hollywood“ zu promoten. Die dpa-Redakteure gingen der Finte auf dem Leim. Der Bluewater-Fake gehört zu den schwerwiegendsten Fehlmeldungen der dpa.

Trotz dieser in jüngster Vergangenheit aufgetreten Pannen gelten Nachrichtenagenturen nach wie vor verlässlicher als Print- und Hörfunk-Redaktionen was die Qualität der Recherche angeht. Ein Ausdruck dafür, dass Nachrichtenagenturen viel an Objektivität und Ethik gelegen ist, zeigt sich beispielsweise daran, dass bei AP “Bylines”, die Zeile in der ggf. der Korrespondentenname genannt wird, nur dann benutzt wird, wenn der Journalist am Ort des Geschehens war. In der Einführung zum “Handbuch für Reuters-Journalisten” heißt es beispielsweise: “Alles, was wir Reuters Journalisten tun, muss unabhängig sein.” Daraufhin folgen absolute Regeln, in denen es um die größmöglichste Wahrheitstreue geht. Dazu zählt auch, etwaige Fehler offen zu berichtigen, jeden Interessenskonflikt einem Vorgesetzten zu melden, keine Fotos zu verfälschen und niemals eine Story zu bezahlen. Das sind theoretische Richtlinien. Was die einzelnen Journalisten in der Praxis machen steht auf einem anderen Blatt – oder auf einem anderen Foto.

27
Aug
10

Wer hat Angst vor Google Street View?

Die Widerspruchsfrist gegen Google Street View wurde auf den 15. Oktober verlängert. Wer Einspruch erheben möchte, kann das einmalig bis zum 15.10.10 tun – und zwar unabhängig davon, ob mensch selbst der Eigentümer des Hauses ist oder nur dort wohnt.

Eine knappe Mehrheit in Deutschland möchte die Außenfassade ihrer Häuser nicht in Google Street View sehen. Das berichtete heise online. Mit 66 Prozent ist der Anteil der Frauen, die sich diesbezüglich kritisch äußern, deutlich größer als der der Männer (37 Prozent). Nach einem Bericht der Berliner Zeitung hat Google bereits eine fünfstellige Zahl an Widersprüchen gegen die Veröffentlichung von Häusern bei Street View erhalten. Widerstand, den der amerikanische Journalist Jeff Jarvis nicht versteht. Auf seinem blog buzzmachine schreibt er:

What is it that makes Germans go bonkers about Google? Is it media trying to gain an advantage against their competitor? Is is anti-Americanism? Is it some inner anti-capitalism? I’m serious. I can’t figure them out and I think they should sit down and try to figure themselves out.

In den USA ist Google Street View seit drei Jahren für Nutzer abrufbar. In Deutschland sollte der Dienst bereits im Frühjahr 2009 angeboten werden, doch schnell machte sich Widerstand breit, als die mit Kameras bewappneten Google-Autos durch deutsche Städte fuhren und munter drauf los fotografierten. Als herauskam, dass das Google während der Street-View-Tour “versehentlich” die Daten und Koordinaten von privaten Wlan-Funknetzen aufspürte, platzte einigen der Kragen während andere, wie ein blogger auf netzmensch-design. com, darin eine reine Vorwand-Diskussion sahen:

Die Google-speichert-Wlan-Daten-Problematik war nun wieder Öl für das Feuer der Kritiker, allen voran Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Sie prangert Google an und will eine lückenlose Aufklärung über die Vergehen gegen den Datenschutz – wohlgemerkt schafft es unsere Regierung nicht, den Abmahnwahn zu stoppen, unternimmt nichts gegen 90€ Freeware-Downloadseiten, wollte Internetsperren errichten, will mit ELENA eine Arbeitnehmer Datenbank aufbauen, in der z.B. Fehltage (ursprünglich waren sogar Streiktage eingeplant), Abmahnungen und “mögliches Fehlverhalten” auf unbestimmte Zeit gespeichert werden sollen , … – das zum Thema Datenschutz. Auch ist es diese Regierung, die absolut nichts gegen ACTA – ein geplantes multilaterales Handelsabkommen auf völkerrechtlicher Ebene, welches im Prinzip die Regierungen zu Helfern der Content-Industrie macht – unternimmt. Der ACTA-Regelkatalog wird zudem unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des EU Parlaments erstellt. Das muss man sich mal vorstellen: Unternehmen diktieren (einseitig), wie Regierungen gegen sog. “Raubkopierer” vorgehen sollen. Aber gut, ich rege mich schon wieder auf…”

Arbeitnehmer-Datenbanken ja, ACTA-Gespräche hinter verschlossenen Türen, RFID-Chips in Personalausweisen und Pässen. Aber nein zu Google Street View. Wirklich viel Sinn macht das tatsächlich nicht.

Die positiven Stimmen für Google Stree View in der Gesellschaft mehren sich und haben bisweilen, wie Thomas Darnstädt, der in Spiegel online über “Die lächerliche Angst vorm bösen Blick”witzelt, teilweise recht überzeugende Argumente:

Mein Haus, mein Auto, mein Gärtchen: Wenn dies künftig als verfassungsrechtlich geschützter Ausdruck des Menschenwürde gelten soll, tun wir uns keinen Gefallen. Das macht nicht nur den Datenschutz lächerlich, den wir so dringend brauchen, um etwa Leute in die Schranken zu weisen, die unter Verweis auf amerikanische Vorbilder Internet-Pranger für Sexualverbrecher fordern oder Passagiere am Flughafen nacktscannen wollen.

Eine Frage artikuliert sich immer deutlicher: Wollen wir diesselben (Un-)Freiheiten in der virtuellen Parallelwelt wie im “real life”? Wenn es allgemein erlaubt ist im öffentlichen Raum zu fotografieren, warum sollte es Google dann nicht dürfen? “Erst Dienste wie Street View machen den öffentlichen Raum wirklich öffentlich”, findet Mario Sixtus auf dem zdf-blog und denkt, dass es eigentlich gar nicht um Streetview geht, sondern darum, dass sich offliner und onliner um Netzneutralität streiten. Passend dazu schrieb Kai Biermann unlängst in der Zeit online, darüber “Wie ich lernte, Street View zu lieben”:

Ja, ich möchte mich von Staat, Nachbarn und Passanten zurückziehen können und dürfen. Gleichzeitig aber möchte ich, dass es Räume gibt, die jedem zur Verfügung stehen und die niemand einschränken kann und darf. Denn auch das ist Freiheit. Und diese Freiheit soll es bitte auch im Netz geben.

Freiheit, die für Gerd Blank auf stern.de zur reinen Dienstleistung wird. Google Street View helfe schliesslich bei der Wohnungssuche, schreibt er euphorisch. “Und wer einen Kurztrip in eine andere Stadt plant, kann schon einmal am Monitor die geplante Shoppingtour ablaufen.”

In Kürze wird sich das Kurztrippen womöglich erledigen. Dann nämlich, wenn Google Street View seinen Besuchern erlaubt die abgefilmten Läden auch online zu betreten und munter drauf loszukaufen. Wenn der Nutzer überhaupt erst in den Genuss einer Kreditkarte gekommen ist. Denn ob jemand kreditwürdig ist, wird mittlerweile nicht nur daran berechnet, ob mensch zahlungsfähig ist, sondern auch daran, in welcher Wohngegend er/sie wohnt. Das nennt mensch Geo-Scoring. Rechtlich mehr als bedenkliche Verfahren wie diese, scheinen für jemanden wie Blank noch nicht ausreichend ausgeschöpft zu sein, wenn er schreibt: “Künftig könnten Versicherungen, aber auch andere Institutionen einfach mal schauen, in was für einer Wohngegend der Kunde lebt.” Schön, dass Journalisten sich heute immer mehr für das Wohl von “Versicherungen, aber auch anderen Institutionen” interessieren.

Während sich die gesamte Diskussion an Google aufhängt, sollte Beachten sollte mensch jedoch auch beachten, dass es nicht nur böse, amerikanische Firmen an der virtuellen Erfassung unserer materiellen Realität interessiert sind, sondern auch deutsche Firmen schon längst vogelperspektivische Bilder ins Netz stellen. Wer beispielsweise im Telefonbuch registriert ist, dessen Haus wird wahlweise auf einer Karte, aus der Luftansicht oder Vogelperspektive angezeigt . Ein anderes Beispiel ist sightwalk.de, wo mensch bislang Berlin, Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Stuttgart inklusive seiner unkenntlich gemachten Bewohner bzw. Besucher virtuell erspähen kann. Ebenso auf immonet.de und meinestadt.de. Noch genauere Luftbilder finden sich in den Landesvermessungsämtern der einzelnen Bundesländer. Hier kann mensch die Karten kombinieren und mit den Adressen und der Grundstücksfläche verbinden.

Google wird das toppen. Ob der Internetkonzern seinen Geschäftsslogan “Don’t be evil” noch selber glaubt, oder nicht, bis Ende des Jahres will Google den Panoramadienst Street View mit Aufnahmen von verpixelten Straßen, Häusern und unkenntlich gemachten Menschen aus zunächst 20 deutschen Städten ins Netz stellen. Was dann passiert, prognostiziert ein Nutzer auf einem IT-News-Forum:

Ich denke, der neue Volkssport wird sein, verpixelte Häuser in Street View zu suchen, fotographieren und dann die Bilder mit Geotags auf möglichst viele Plattformen hochzuladen. 1000 mal besser als Geocaching!

Und da Ideen im Netz nicht selten im Sekundentakt ihre Eigentümer wechseln, hat auch diese Idee bereits eine eingetragene Homepage. Bei der Aktion “Verschollene Häuser” fordert der IT-Berater Jens Best Gleichgesinnte dazu auf bei Street View verpixelte Häuser abzufotografieren und – mit Geodaten angereichert – im Netz veröffentlichen. Es gehe ihm dabei “dem Recht auf einen Digitalen Öffentlichen Raum Nachdruck zu verleihen”.

10
Feb
09

Turkey’s Website Ban fashion

İstanbul Indymedia

Bild: İstanbul Indymedia

Since last year, more than 1500 websites are blocked by Turkey’s Telecommunications Directorate because of various cases considering cyber crime. Nearly half of the site-blocking rulings were issued due to the content involving the sexual exploitation of children online. Obscenity was the reason for the closure of 539 sites. Other reasons included online prostitution (13), facilitating narcotics acquisition (3), encouraging suicidal behavior (1), illegal gambling sites (85), providing a physical location and the opportunity for gambling (88) and other reasons (165). 52 Web sites were blocked since they included insults to Mustafa Kemal Atatürk. Internet Technology Association (İTD) President Mustafa Akgül said the bans on Web sites were a result of Turkey’s war against the Internet. He suggested that the authorities should find alternative methods to fight against the undesired content of Web sites. “Many road accidents occur in this country every day, but we do not forbid people from driving cars, do we? So why ban Web sites? These sites are a means of communication between individuals and the world. It is not logical to forbid people from establishing communication with the world,” he remarked.
Read the full article here.

What is blocked and what to do
Youtube is blocked in Turkey since last March. Also geocities.com is still not available. Last year the Website Ban fashion of Turkey affected international web portals such as indymedia.org and wordpress.com and national culture portals such as Antoloji.com and Eksisozluk.com whose ban is reversed again in the meantime. Still numerous websites of kurdish and leftist organisations were or still are blocked. To avoid the blocades critics mentioning the usage of so called anonymizers such as anonymouse.org. This service allows users to surf in the world wide web without revealing any personal information. Moreover the blocked web sites can be generally acessed through vtunnel.com and k-tunnel.com which both also protect anonymity and filter blocked web sites.




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