30
Oct
09

Mardin und Derik – unterwegs in Südost-Anatolien

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Das ist Mardin. Im äußersten Südosten der Türkei gelegen, sind es bis zur syrischen Grenze 20 Kilometer. Irak ist nicht weit. Die Geschichte der Stadt ist mehr als turbulent. Und grausam. Während des Massakers an den Armeniern 1915-1916 wurden hier ausnahmslos alle arabischen, aramäischen und armenischen Christen der Stadt umgebracht. Heute leben alle in Frieden zusammen: Kurden, Araber, Aramäer und Türken. Keine Selbstverständlichkeit im konfliktträchtigen anatolischen Osten. Praktisch jeder, den wir auf der Strasse treffen spricht fliessend türkisch, arabisch und kurdisch. Neben Moslems und aramäischen Christen lebten bis vor einigen Jahrzehnten mehrere tausend jesidische Kurden in der Provinz Mardin. Die meisten von ihnen sind mittlerweile nach Deutschland ausgewandert.
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Der Blick vom alten Teil Mardins in Richtung Syrien auf die mesopotamische Ebene
Der Blick vom alten Teil Mardins in Richtung Syrien auf die mesopotamische Ebene
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Und der Blick in einer alte Leblebi-Manufaktur, wo noch immer wie früher Kichererbsen geröstet und verkauft werden. Bei dem Besitzer des Ladens durften wir unser Gepäck abstellen, unendlich viele Çays trinken, seine islamisch-nationalistischen Tiraden über uns ergehen lassen und fanden einen unglücklichen Kurden, der uns um ein bisschen glücklicher zu werden, durch Mardin begleitete.

Während wir auf einer Anhöhe in Richtung Syrien blicken, bemerken wir, dass wir nicht alleine sind. Wir kommen mit den beiden Mädchen die auf der Aussichtshöhe sitzen ins Gespräch. Nach fünf Minuten laden sie uns zu sich nach Hause ein.
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Dort erwartet uns eine 15-köpfige Kernfamilie, die bis auf ihre zwei männlichen Vertreter aus den liebenswürdigsten lachenden, schreienden, Kindern, Mädchen und Frauen besteht. Nachdem wir unseren Kaffee ausgetrunken haben, werden wir aufgefordert die Nacht bei ihnen zu verbringen. Wir nehmen die Einladung dankend an und werden wir bis zur Bettgehzeit mit Reis Gemüse, Süssigkeiten, frischen Pflaumen, Feigen, Granatäpfeln gefüttert. Beim Versuch erste kurdische Worte zu lernen, stellt sich heraus, dass Kurmanci und Romanes gemeinsame Wörter besitzen. Und ich frage mich weshalb die kurdische Mama wie eine klassische Zigeunermama aussieht.
On the way from Mardin to Derik we passed No-where-but-people-land
Von Mardin aus machen wir uns auf den Weg nach Derik, passieren trostlose und doch lebendige Orte
On the way to a holy spring in Derik we walked through the village
Während wir zu einer heiligen Quelle in den Bergen durch das Dorf wandern…

treffen wir Schulkinder auf ihrem Weg nach Hause…
We met schoolkids on their way home...
…junge Männer, die gerade von der Arbeit kommen…
...young men coming from work...

…und Familien mit ihren mit Feuerholz für den Winter beladenen Eseln
...and families with their loaden donkeys bringing home some wood for the winter.

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